Efeu, Corona & Demokratie

Corona oder das, was dahinter steckt, oder was sich schon über viele Jahre angebahnt hat, beschert uns einen großen Umbruch. Noch keiner weiß, wie es wird. Träumen dürfen wir, sollen wir. Träumen, wie es werden soll, damit wir genug Energie zusammen bekommen für einen positiven Umbruch. 

 

Beim Träumen fiel mir der Efeu wieder ein. 

 

Vor ein paar Jahren bin ich im Frühling bei mir vor dem Haus in die Natur gegangen. Auf einmal lag vor mir ein großer Baum. Ich erkannte zunächst nicht, um welchen Baum es sich handelt. Es war der Efeu. Die Krone des Baumes lag vor mir. Ich war schwer beeindruckt, wie so ein zartes Pflänzchen so einen großen Baum aus dem Wald holen kann. Den Efeu sah ich mir genauer an uns las seine Geschichten. Was für eine Pflanze!

 

Der Efeu, ein zartes Pflänzchen, das ganz im Stillen, fast unbemerkt an einem Baum empor wächst. Anfangs hat er jugendlich Blätter, die tasten sich an den Baum heran. Später wachsen aus derselben Pflanze erwachsene Blätter und bilden mit dem Baum eine beachtliche Krone, die irgendwann zu schwer wird für den alten Baum, der aufgrund seiner alten Tage keine Kraft mehr hat und ausgedient hat. So ist das zarte Efeu Pflänzchen in der Lage, einen einst mächtigen Baum samt Wurzeln auszuhebeln.

Ein Symbol für unsere aktuelle Situation mit Corona?

Etwas fast unsichtbares hebelt unsere Gesellschaft und alles, was wir bisher kannten, aus den Wurzeln. Was unmöglich erschien, ist möglich. Was genau es ist, wissen wir nicht. Groß ist es auf jeden Fall. Sehr technisch und sehr groß. Weltweit. Nimmt uns den Atem. Der Virus als auch die Isolation, Angst und die Masken. Uns bleibt die Luft weg. 

Spannend, dass gerade der Efeu unsere beliebteste Hustenarznei ist. 

 

 Und jetzt die große Preisfrage: Wer wollen wir sein? 

 

Der alte mächtige, entwurzelte, kraftlose Baum?

Oder der Efeu, der sich aus einem einzelnen kleinen zarten Pflänzchen verzweigt, verbindet, ein großes Netzwerk bildet, das immer größer und schöner wird, in seiner Pracht uns Luft verschafft, alle gleichermaßen schützt, Bienen auch dann nährt, wenn andere Blüten nicht mehr blühen, vielen Lebenwesen ein Zuhause gibt und weiter wächst, bis das Alte ausgediente keinen Stand mehr hat? Das Alte, das uns keine Luft mehr ließ zum Leben, genährt von Machthunger und Geldgier, unsere Umwelt zerstörende Art zu Leben. Ein medizinisches System, das von krank sein lebt, statt zu heilen. 

 

Ich möchte zum Efeu gehören, dem Symbol für ewige Freundschaft, der als Kranz gebunden Schutz vor Sonnenstich und Trunkenheit bot. Einen klaren Blick und Reinheit verschafft.

Die Blätter können als Seife verwendet werden. 

Der Efeu ist für mich ein Symbol für unsere Demokratie, die wir verteidigen wollen und müssen. Unsere Freiheit basiert auf unseren demokratischen Grundrechten, für die unsere Vorfahren hart gekämpft haben. Unsere Freiheit basiert auf wirklicher Gesundheit auf allen Ebenen. Lasst uns der Efeu sein, der sich demokratisch verzweigt, uns frischen Atem und Reinheit schenkt, der uns in Übergängen begleitet vom Jugendlichen zum Erwachsenen. In dem Buch „Erwachsen werden in der Wildnis“ beschreibt der Autor, dass durch fehlende Übergangsrituale und Begegnungen in der Natur, wir nie richtig erwachsen werden. Wir bleiben in einer kindlichen Haltung, die nimmt – ohne zu geben. Raubbau betreibt mit der Umwelt. Bis uns die Luft aus geht. Ob wegen CO2 oder Corona oder weil wir ausgebrannt sind. Ein Jugendlicher erlebt die Welt als die Seine. Unerschrocken. Das muss so sein. Damit er den Mut hat, sich aus dem sicheren Hafen zu lösen und seinen eigenen Weg zu finden. Nur sollten wir dann erwachsen werden. In einer erwachsenen Haltung übernehmen wir Verantwortung. Verantwortung für unsere Umwelt und Mitmenschen. 

Der Efeu ist die einzige mir bekannte Pflanze, die jugendliche und erwachsene Blätter gleichzeitig trägt. 

Möge uns der Efeu begleiten, aus Jugendlichen zu Erwachsenen zu werden. 

Möge der Efeu das alte ausgediente Machtgefüge aus den Wurzeln hebeln und uns wieder Luft geben zum Leben. 

 

Achtung - Efeu ist giftig! Fragen Sie Ihren Heilpraktiker oder Apotheker. 

 

Viele viele Helferlein wachsen am Wegesrand. So klein und zart, dass sie leicht übersehen werden und doch so mächtig und kraftvoll, dass sie ganz im Stillen dem Lauten trotzen...