Heilpraktiker oder Homöopathie oder was?

Heilpraktiker bezeichnet den Beruf. Er ist neben dem Arzt der einzige medizinische Beruf, der Diagnosen stellen und mit gewissen Einschränkungen behandeln darf. Die Heilpraktikerausbildung umfasst eine reine schulmedizinische Grundausbildung, mit den gleichen Inhalten wie das medizinische Studium bis zum 1. Staatsexamen. Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung schriftlich und mündlich/praktisch abgeschlossen. 

Die Heilpraktikerausbildung beinhaltet idR keine therapeutische Ausbildung. Erst nach der Ausbildung oder z.T. auch schon parallel erfolgt eine unabhängige Ausbildung in der jeweils individuell gewählten Fachrichtung, z.B. Homöopathie, TCM, Osteopathie, Phytotherapie oder die schnelle Variante von allem etwas. Eine gute fachliche Ausbildung im Bereich Homöopathie, TCM oder Osteopathie dauert mehrere Jahre und benötigt ein intensives Studium. Berücksichtigt man dieses, wird klar, warum oberflächliche Fortbildungen a la von allem etwas - wenig mit Qualität zu tun hat und die betroffenen Heilpraktiker oft selbst  in pharmazeutische Richtungen gedrängt werden, die mittels teuren Geräten schon ursächlich einen wirtschaftlichen Druck erzeugen, der häufig eher in einem Vertrieb endet statt in der ursprünglich angedachten Medizin. In jedem Fall gibt es in allen Bereichen auch Therapeuten, die ohne langjährige Fachausbildung aufgrund ihres gewählten Weges hervorragende Mediziner sind sowie andere, die trotz hoher Qualifikation auf dem Papier am Ziel vorbei schießen. Das gibt es in allen Richtungen - egal ob bei Ärzten oder Heilpraktikern, mit oder ohne Fachausbildung. Wichtig ist mir, zu verstehen, da

ss die Begriffe TCM, Homöopathie, Osteopathie etc. nicht geschützt und an bestimmte Ausbildungskriterien geknüpft sind und somit jeder alles anbieten kann. Unabhängig von seiner Qualität. So kommt es häufig vor, dass Ärzte oder Heilpraktiker Homöopathie anbieten, die keine ist. Nur Globuli verschreiben hat nichts mit Homöopathie zu tun. Ebensowenig haben viele "homöopathische" d.h. potenzierte oder mehr oder weniger natürliche Arzneimittel etwas mit Homöopathie zu tun. 

Leider ist das den Menschen, die lautstark über Homöopathie diskutieren und sie gar verbieten wollen, nicht bekannt.

Selbst viele vermeintliche Fachleute verschreiben Globuli in einer Art und Weise, wie sie ein Fachmann mit langjähriger umfassender Ausbildung niemals verschreiben würde. Oder bietet nach einem Wochenendseminar Osteopathie an, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass eine osteopathische Grundausbildung 5-7 Jahre dauert.  So kommen lautstarke Diskussionen und Missstände zustande, die jeglicher Grundlage entbehren und am Ziel vorbei streben.